Sonntag 24. Juni 2012

Touristische Navigation

Gegen 5:30 werden wir in den Isfjord einfahren, der uns nach Longyearbyen führt, das wir nach einer eindrucksvollen Navigation etwa 1,5 Stunden später erreichen werden.

Sobald wir Longyearbyen verlassen haben werden wir unsere Navigation gegen 14:30 für ca. 1 Stunde durch die Gewässer von Barentsburg fortsetzten. Um 17:17 sind wir in der Nähe des Linne Kapp, sichtbar auf der linken Seite. Von dort aus setzten wir unsere Navigation mit südlichem Kurs in Richtung Honningsvag (Nordkap) fort.

Das heutige Wetter:
wolkig, Temperatur min. 3°C max. 5°C
das Meer ist bewegt
Sonnenaufgang keiner
Sonnenuntergang keiner



Navigation im Isfjord in Richtung Longyearbyen 



Auch in Longyerabyen sind keine organisierten Ausflüge vorgesehen. Ein Shuttlebus in die Stadt wird angeboten. Eir bleiben aber an Bord und erfahren später das wir nicht allzuviel versäumt haben.

Longyearbyen ist der größte Ort und das Verwaltungszentrum der Inselgruppe Spitzbergen im arktischen Eismeer und einer der nördlichsten Orte der Welt. Es liegt auf der gleichnamigen Hauptinsel Spitzbergen.

Longyearbyen wurde 1906 von dem US-amerikanischen Unternehmer John Munroe Longyear als Bergarbeiterstadt gegründet. 1943 wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht zerstört, und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Heute ist nur noch eine einzige Zeche in der Nähe der Stadt in Betrieb, die hauptsächlich der Versorgung des eigenen Kraftwerkes mit Steinkohle dient. Der Steinkohlenbergbau wird heute vor allem in der norwegischen Sveagruve und von der russischen Siedlung Barentsburg aus betrieben. Longyearbyen lebt vor allem vom Tourismus und der Forschung. Unter anderem befinden sich dort eine Außenstelle des norwegischen Polarinstitutes (NPI) und UNIS, ein Projekt norwegischer Universitäten, sowie das Svalbard Global Seed Vault, ein Langzeit-Lager für Saatgut.

Longyearbyen verfügt über eine moderne Infrastruktur mit diversen Geschäften, Kneipen, Restaurants, Kindergärten, einer Schule, einem Schwimmbad, einem Kino, einer Tankstelle und einem Hafen. Das Straßennetz ist nur etwa 40 Kilometer lang und stellt keine Verbindung zu einem der anderen Orte auf Spitzbergen her. Schneemobile und Boote sind daher die Hauptfortbewegungsmittel.

Longyearbyen ist für die meisten Touristen das Eingangstor nach Spitzbergen und hat daher ein relativ gutes Hotel- und Gastronomieangebot. Die Stadt wird als Startpunkt für Ausflüge und Exkursionen in die Umgebung genutzt, wie z.B. für Wanderungen auf den Hausberg mit Blick über die Stadt und den Fjord. Im Winter werden Touren mit Schneemobilen und Hundeschlitten angeboten.





Um 13:00 verlassen wir Longyearbyen und fahren in den Gronfjord vorbei an Barentsburg und wieder zurück ins offene Meer.

Barentsburg ist eine russische Polarstation und Bergarbeitersiedlung auf Spitzbergen am Isfjorden bei 78° 4' Nord und 14° 13' Ost. Sie wurde 1932 gegründet und ist nach Longyearbyen der zweitgrößte Ort auf der Insel. Sie wird hauptsächlich von russischen und ukrainischen Bergarbeitern bewohnt, die für das russische Unternehmen Trust Arktikugol im Kohlebergbau arbeiten. Der Abstand der Siedlungen beträgt etwa 55 Kilometer. Die beiden Siedlungen sind nicht durch befestigte Straßen verbunden. Im Sommer verbinden Schiff oder Helikopter die Orte, im Winter Schneemobile oder Hundeschlitten.

Im Jahr 2006 kam es in der von Trust Arktikugol betriebenen Mine zu einem schwelenden Feuer, das zwar wieder gelöscht werden konnte, aber zu Spekulationen über die Sicherheit der Einrichtungen führte.

Die Bedeutung des Tourismus nimmt zu, da der Kohleabbau immer unrentabler wird. Im Frühling und im Herbst kann man den Ort mit Schneemobilen touristisch erkunden. Allerdings verirren sich nur zirka 20 Touristen im Monat in die Siedlung. Übernachtungen gibt es quasi nur von Besuchern des Bergbauunternehmens. Russland unterhält ein Konsulat in Barentsburg.

Insgesamt wird die Bedeutung Barentsburgs für die Russen immer geringer. Hatte der Ort in den 1990er Jahren noch zwischen 1.100 und 1.450 Einwohner, waren es 2002 noch 900 Einwohner, deren Zahl bis Anfang 2010 auf nur noch 400 Einwohner sank.